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Donnerstag, 4. Dezember 2008

Wo ist der faire Ölpreis?

Ausverkauf bei Rohstoffen: Auf der Suche nach dem fairen Ölpreis
Angst vor Peak Oil? Angst vor Anschlägen in Nigeria? Angst vor einem harten Winter? Spielt alles keine Rolle.
Was seit Jahren auf dem Ölmarkt Beachtung fand, wird momentan völlig ausgeblendet.
Im Zuge des rapiden Abschwungs der Weltwirtschaft, zählen die Experten auf einmal rückwärts. Notierte der Ölpreis Mitte Juli in der Spitze noch bei 147 $ je Barrel (159 Liter), so unterschritten die Notierungen inzwischen die 50-$-Marke. 40 $, ja sogar 30 $ scheinen in Reichweite. Am Dienstag fiel der Ölpreis zwischenzeitlich auf ein Dreijahrestief von 47,36 $, später kostete das Fass 49,92 $.
Die Stimmung ist grundlegend umgeschlagen: Konzentrierte sich während der Rally alles auf knappe Förderkapazitäten und Angebotsausfälle, so steht momentan die Nachfrage im Mittelpunkt. Gerade in den Industriestaaten geht das Wirtschaftswachstum zurück. Nach Schätzungen des Internationalen Währungsfonds wird die reiche Welt im kommenden Jahr in die Rezession rutschen.US-Ölverbrauch so tief wie seit elf Jahren nichtIm Blickpunkt des Interesses stehen sich die Vereinigten Staaten.
Nach Angaben des National Bureau of Economic Research sind die USA bereits seit Dezember 2007 in der Rezession. Schrumpfte die Wirtschaftsleistung im dritten Quartal bereits um 0,5 Prozent, so rechnen Experten von Goldman Sachs und Morgan Stanley für das vierte Quartal mit einem Minus von fünf Prozent.
Der Ölverbrauch des weltweit größten Konsumenten geht drastisch zurück: Nach Angaben des US-Energieministeriums erreichte die Benzinnachfrage im September ein Niveau von 8,5 Millionen Barrel. Das ist der niedrigste Monatswert seit 1999 und liegt um 9,3 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Die gesamte Nachfrage fiel sogar um 12,8 Prozent auf unter 18 Millionen Barrel pro Tag - das ist tiefste Wert seit 1997.Rezessionsängste dominierenViele Analysten rechnen deshalb damit, dass die Preise noch weiter fallen werden.
Der New Yorker Wirtschaftsprofessor Nouriel Roubini, der sich mit seinen zutreffenden Prognosen zur Immobilien- und Bankenkrise einen hervorragenden Ruf erarbeitete, hält einen Preisverfall um weitere 20 Prozent für wahrscheinlich.Andere Analysten sehen das ähnlich. "Die Sorgen vor einer weiteren Verschärfung der Konjunkturkrise und einer deutlichen Abschwächung der Nachfrage nach Rohöl stehen wieder im Vordergrund, während das Risiko eines sinkenden Angebots ignoriert wird", sagte Eugen Weinberg, Rohstoffanalyst der Commerzbank. "Kurzfristig könnte der Ölpreis daher noch weiter nachgeben, aber nicht mehr deutlich fallen."Tim Evans, Analyst bei Citi Futures Perspectives, sieht wieder Übertreibung am Werk. "Wenn jetzt von einem Ölpreis von 30 bis 40 $ geredet wird, erinnert das doch sehr stark an all das Gerede über Preise von 200 $, das noch vor wenigen Wochen dominierte", sagt Evans.
Er selbst rechnet mit Notierungen zwischen 70 und 80 $.Mit jedem weiteren Preissturz wächst die Wahrscheinlichkeit, dass der Ölpreis im kommenden Jahr wieder sprunghaft ansteigt. Denn an den grundlegenden Verhältnissen hat sich nach Einschätzung der Experten nichts geändert: Einer steigenden Nachfrage der Schwellenländer steht nur ein begrenztes Angebot gegenüber. Außerdem gibt es Engpässe bei qualifiziertem Personal und Ausrüstung.
Schon jetzt verschärfe der Preisverfall die Situation auf der Angebotsseite, schreiben die Rohstoffanalysten von Barclays Capital in einem Researchbericht. "Momentan wird der Effekt niedriger Preise auf das Angebot ausgeblendet. Die Stimmung für den Preis ist weiterhin sehr negativ. Doch das Ausmaß und die Geschwindigkeit, mit der das Angebot eingeschränkt wird, sind gewaltig. Förderprojekte und Investitionen in Raffinerien verzögern sich und werden ganz auf Eis gelegt, Formen alternativer Energie werden nicht mehr so vorangetrieben wie zuvor.
"Wenn die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) sich in den kommenden Monaten einschränkt, wächst die Bedeutung von anderen Staaten wie Russland oder Mexiko. Doch die Erwartungen sind äußerst gering: Die Internationale Energieagentur (IEA) rechnet für das kommende Jahr für Nicht-Opec-Staaten mit einem Angebotswachstum von nur 500.000 bis 600.000 Barrel täglich. Nach IEA-Schätzungen wird die Förderung aus Russland in den ersten drei Quartalen 2009 um 0,1, 0,2 und 0,4 Prozent schrumpfen.
"Das sollte die Preise unterstützen", urteilen die Rohstoffexperten von BNP Paribas, die von einem Durchschnittspreis von durchschnittlich 75 $ im kommenden Jahr ausgehen.Saudi-Arabien peilt 75 $ anFraglich ist, welcher Ölpreis überhaupt gerechtfertigt ist. Im Gegensatz zu Aktien, wo der Preis zu Kennzahlen wie Gewinn oder Umsatz eines Unternehmens ins Verhältnis gesetzt werden kann, fehlt eine solche anerkannte Bezugsgröße auf dem Ölmarkt.
Herangezogen werden aber gerne die Förderkosten. Saudi-Arabiens Ölminister Ali al-Naimi bezeichnete vor kurzem einen Preis von 75 $ als wünschenswert, um langfristig eine ausreichende Erschließung neuer Quellen zu gewährleisten.Diese Zahl ist umstritten. Unbestreitbar ist jedoch, dass sich die Kosten der Förderung in den vergangenen Jahren deutlich erhöht haben. Einige Analysten versuchen, sich der Suche nach einem fairen Preis systematisch zu nähern. Drei verschiedene Ansätze gibt es. Beim ersten leiten die Experten das Preisniveau über die Grenzkosten der Förderung ab. Ansatzpunkt hier sind die Ölsände Kanadas, deren Ausbeutung sich nach Schätzungen noch bei 85 bis 95 $ je Fass lohnt.Produktionskosten rechtfertigen maximal 90 $Zweitens kann auch von den Explorationskosten auf den Preis geschlossen werden. Eine gängige Faustregel der Industrie besagt, dass der Ölpreis beim drei- bis vierfachen der Explorationskosten liegen muss, damit sich ein Förderprojekt lohnt.
Eine Umfrage der Beratungsgesellschaft J.S. Herold unter 50 führenden US-Ölunternehmen ergab Kosten von 17,46 $ je Barrel in den vergangenen drei Jahren. Nimmt man diese Berechnung als Grundlage, dann erscheint ein Preis von 70 $ als mittelfristig gerechtfertigt.Für einen dritten Ansatz sprachen sich Edward Morse und Daniel Ahn, Rohstoffexperten von Lehman Brothers (heute Barclays Capital), aus. Sie gingen von den Produzentenpreisen aus, die das US-Arbeitsministerium veröffentlicht. Dabei achteten sie auf drei verschiedene Indizes, die Kosten für Förderausrüstung, Personal, Bohren und Dienstleistungen messen.
Das Ergebnis: Die Ölpreisanstiege zwischen Juli 2004 bis September 2006 ließen sich gut durch erhöhte Kosten erklären, die Preisrally seit Januar 2008 bis zum Rekordhoch von 147 $ Mitte Juli dagegen nicht. Als fairen Preis für August kamen sie auf 88 $. Quelle ftd.de

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