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Dienstag, 23. Juni 2009

globale Trends im Einkauf

Die Studie "Purchasing Excellence" von Roland Berger Consultion zeigt globale Trends im Einkauf - mehr als jedes zweite Unternehmen
reduziert in der Krise massiv die Zahl der Lieferanten
- Umfrage unter Top-Managern von mehr als 500 Unternehmen aus allen wesentlichen Branchen weltweit, Telefoninterviews,
vertiefende Fokusinterviews sowie umfangreiche Sekundärrecherche
- Best Practice-Beispiele für alle Handlungsfelder des Einkaufs sowie konkrete Kennzahlen: 14 Prozent der Unternehmen erreichen
"Purchasing Excellence"
- Top-Performer reduzieren ihre Lieferantenanzahl signifikant
- Zusammenarbeit mit wenigen strategischen Partnern
- Automobilbranche und Handel schneiden weltweit in allen Feldernam besten ab
- Wandel des Einkaufs hin zum voll akzeptierten Geschäftspartner
- verstärkte Akzeptanz bei anderen Funktionen wie Entwicklung oder Vertrieb

An der dritten globalen Studie von Roland Berger Strategy Consultants zu Trends und Kennzahlen im Einkauf von Produktions- und
Nicht-Produktionsmaterial sowie Dienstleistungen haben Top-Manager von mehr als 500 Unternehmen aus 14 Ländern und 17 Branchen
teilgenommen. Die Untersuchung liefert Erkenntnisse zu den wesentlichen Einkaufstrends sowie zu den wichtigsten Kennzahlen in
Einkauf und Beschaffung.
In diesem Jahr lag ein Fokus auf den Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise. Bei den Einkaufszielen
ist wegen des herrschenden Ergebnisdrucks eine neue Konzentration auf Kostenziele zu beobachten, die Beschaffungsmärkte haben sich von
Verkäufermärkten hin zu Einkäufermärkten entwickelt.
Top-Unternehmen managen in unsicheren Zeiten das Risiko der Lieferantenbasis zunehmend aktiv. Top-Einkaufs-Abteilungen agieren außerdem auf Augenhöhe mit internen Kunden und Lieferanten und konzentrieren sich
auf strategische Partnerschaften mit wenigen ausgewählten Lieferanten. Unternehmen, die Purchasing Excellence, also einen
optimale Einkaufsorganisation erreichen, setzen auf zentrale Koordinationsmechanismen wie den "Lead Buying Ansatz". Dabei werden
Lead Buyer mit gebündelter Einkaufsverantwortung je Warengruppe über Standorte und Länder hinweg definiert.

"Die aktuelle Finanz- und Wirtschaftskrise wirkt sich massiv auf Einkauf und Beschaffung weltweit aus", sagt Roland Schwientek,
Partner im Kompetenzzentrum Operations Strategy bei Roland Berger Strategy Consultants. "Der auffälligste Trend ist, dass Kostenziele
im Einkauf wieder ganz klar oberste Priorität haben. Die Beschaffungsmärkte der letzten Jahre haben sich zu Einkäufermärkten
gewandelt - derzeit herrscht eine Bonanzastimmung in der Beschaffung."

Purchasing Excellence - Was die Besten richtig machen

Die Studie belegt eindeutig: Die erfolgreichsten Einkaufsabteilungen agieren auf Augenhöhe mit internen Kunden und
Lieferanten. "Hier hat ein Wandel stattgefunden hin zum voll akzeptierten Geschäftspartner - sowohl intern als auch extern", sagt
Schwientek. Unternehmen, die Purchasing Excellence erreichen, also eine optimale Organisation ihres Einkaufs, räumen dieser Funktion in
der Regel Vorstands- oder Geschäftsführungsrang ein. "Je konsequenter und früher der Einkauf in die gesamte Wertschöpfungskette eingebunden
wird, desto positiver wirkt er sich auf das gesamte Unternehmen aus."Besonders erfolgreich schneiden die Einkaufsabteilungen in
Automobilindustrie und Handel ab.

Die besten Unternehmen reduzieren zudem die Zahl ihrer Lieferanten deutlich und konzentrieren sich außerdem auf strategische
Partnerschaften mit wenigen ausgewählten Lieferanten. "Dahinter steckt der Gedanke, gerade in unsicheren Zeiten die eigene
Lieferkette nachhaltig abzusichern", sagt Schwientek. "Fällt nur ein Schlüssel-Lieferant aus, kann das immerhin die ganze Produktion
lahmlegen."

Erfolg durch Nachverhandlung und zentrale Koordination

Die meisten Unternehmen setzen nach wie vor auf kaufmännische Hebel wie etwa die Nachverhandlung von Preisen und Konditionen
bereits abgeschlossener Verträge, hauptsächlich, um kurzfristige Erfolge zu erzielen. So haben rund zwei Drittel der Studienteilnehmer
laufende Verträge auf eine neue Grundlage gestellt. Die Zahlungsziele sind dadurch beispielsweise von durchschnittlich 38 Tagen auf 56 Tage
gestiegen. Top-Unternehmen nutzen daneben zunehmend weitere Möglichkeiten der technischen Optimierung, Prozessoptimierung sowie
der Verbrauchssteuerung, zum Beispiel durch die Anpassung von Reiserichtlinien. Die Organisationskonzepte im Einkauf haben sich
weiterentwickelt: So zeigt die Studie einen Trend zu zentraleren Koordinationsmechanismen. "Der Lead Buying Ansatz ist dabei das am
häufigsten eingesetzte Konzept", sagt Schwientek. Dabei bestimmt das Unternehmen für jede Warengruppe Einkäufer mit gebündelter
Einkaufsverantwortung über Standorte und Länder hinweg, so genannte Lead Buyer oder Mandatseinkäufer.

Ein weiterer Trend, der sich allerdings im Zuge der Finanz- und Wirtschaftskrise leicht abgeschwächt hat, besteht darin, nachhaltiges
Wirtschaften der Lieferanten zunehmend zu honorieren. Top-Performer integrieren Green- und Leantech Ziele, also etwa
Umweltschutzstandards oder soziale Mindestanforderungen in die Zielvereinbarungen mit ihren Lieferanten (über so genannte external
Balanced Score Cards).

Die Professionalisierung des Einkaufs spiegelt sich nicht nur in den eingesetzten Instrumenten und Systemen wider, sondern zunehmend
auch in der Qualifikation der Mitarbeiter. So ist der Anteil der Mitarbeiter im Einkauf mit akademischer Ausbildung sowie technischem
Hintergrund unter den Top-Performern weiter von 17 auf 25 Prozent gestiegen, das heißt mittlerweile hat jeder vierte im Einkauf
Beschäftigte einen Fachhochschul- oder Hochschulabschluss. Der Technikeranteil stieg innerhalb von nur drei Jahren von 14 auf 29
Prozent.

Quelle: www.rolandberger.com

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