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Dienstag, 6. Oktober 2009

6 Gründe für eine neue Krise

Der Optimismus an den Börsen ist vorbei. Leider haben die Pessimisten gute Argumente.Die Angst für eine neue Krise ist lebendig.

Erstens
Der Zustand der Weltwirtschaft ist zu vergleichen mit einem Patienten, der einen schweren Herzinfarkt erlitten hat. Sein Zustand ist jetzt wieder mehr oder weniger stabil, doch er ist noch längst nicht der alte. Dasselbe gilt für die Weltwirtschaft. Eine Finanzkrise schüttelt man nicht ab wie eine harmlose Grippe, sie hinterlässt Spuren. So hat der Internationale Währungsfond (IWF) in seinem jüngsten Bericht dem World Economic Outlook, 88 Finanzkrisen der letzten 40 Jahre untersucht. Das Resultat ist wenig ermutigend: In den meisten Fällen war der Output der betroffenen Wirtschaften auch nach sieben Jahren noch gegen zehn Prozent unter dem Niveau bevor die Krise ausgebrochen war.

Zweitens
Langsam werden die Schäden der Krise sichtbar. Sie sind gewaltig. Die OECD, ein volkswirtschaftlicher Thinktank, schätzt, dass in den 30 reichsten Ländern gegen 25 Millionen Arbeitsplätze vernichtet worden sind. Viele der betroffenen Arbeitnehmer haben wenig Chancen ihren Job wieder zu erhalten. Das wird die Nachfrage über längere Zeit schwächen.

Drittens
Am stärksten von dieser Vermögensvernichtung betroffen sind die amerikanischen Haushalte. Die Ökonomen von McKinsey haben ausgerechnet, dass ihre Verluste höher sind als während der Grossen Depression. Das hat Auswirkungen für die gesamte Weltwirtschaft. Die US-Konsumenten haben die Weltwirtschaft bis zum Ausbruch der Krise am Laufen gehalten. Jetzt sind sie bis über beide Ohren verschuldet und können diese Rolle längere Zeit nicht mehr ausfüllen.

Viertens
China wird nicht in die Lücke springen können. Zwar hat Peking mit massiven Konjunkturprogrammen einen Absturz der eigenen Wirtschaft verhindern können. Doch es wird noch lange dauern, bis die Chinesen für die Weltwirtschaft zu einem bedeutenden Faktor werden. Nach wie vor beträgt nämlich der private Konsum am chinesischen Bruttoinlandprodukt bloss 35 Prozent. Zum Vergleich. In den reichen Ländern beträgt er über 60, in der USA lag er gar bei 70 Prozent.

Fünftens
Der Staat hat den Zusammenbruch des privaten Konsums mit einer massiven Verschuldung kompensieren müssen. Es ist anzunehmen, dass der Staat diese Rolle noch eine Weile länger spielen muss, denn die private Nachfrage und die Investitionen der Unternehmen sind noch weit vom Vor-Krisen-Niveau entfernt. Das bedeutet: politischer Streit um die Staatsverschuldung und Angst vor Inflation werden zunehmen.

Sechstens
Die immer höheren Staatsschulden belasten das Verhältnis der Länder untereinander. Jüngstes Beispiel: Deutschland und Frankreich geraten sich wegen der Grenzen der Verschuldung in die Haare. Frankreich hat soeben erklärt, dass es die sogenannten Maastricht-Kriterien – höchsten drei Prozent Neuverschuldung jährlich – bis 2012 ausser Kraft setzen will. Die neue schwarz-gelbe deutsche Regierung will das Gegenteil, nämlich den Staatshaushalt so rasch als möglich wieder ins Lot bringen.

Fazit
Die Weltwirtschaft wird wahrscheinlich keinen zweiten Infarkt erleben, aber sie wird auch noch lange nicht wieder so fit sein wie vor der Krise. «Die Zukunft der meisten westlichen Volkswirtschaften wird ähnlich sein wie Europa in den 80er-Jahren», prophezeit der «Economist». «Hohe Defizite, hohe Staatsschulden und eine hartnäckig hohe Arbeitslosigkeit.»

Quelle: Tagesanzeiger - CH

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