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Montag, 26. Oktober 2009

Geschenke an Banken

George Soros hält den Finanzsektor noch nicht für gesund.

Die hohen Gewinne, die grosse Banken momentan erzielen, haben für den bekannten Spekulanten einen anderen Grund: «Im Moment erhalten die Banken versteckte Subventionen in einem enormen Ausmass», erklärt er in einem ausführlichen Interview mit der «Financial Times». Die Aussage begründet er mit der Politik des billigen Geldes: «Die Banken können sich bei der Zentralbank das Geld für einen Zins von Null Prozent ausleihen und allein durch Investitionen in Regierungsanleihen 3,5 Prozent dafür einstreichen». Damit gehen die Banken keinerlei Risiken ein. Soros nennt das billige Geld an die Banken daher «verschleierte Geschenke durch die Regierung.»

Solcherart erworbenes Geld darf laut Soros nicht für Bonuszahlungen verwendet werden. Im Interview geht der Financier sogar so weit, eine Obergrenze für Boni zu fordern – für alle jene Grossbanken, die in der Not vom Staat gerettet werden müssen. Auch sonst fordert er eine deutlich stärker ausgebaute Regulierung der Finanzbranche: «Die bisher gültigen Vorstellungen dazu, wie Finanzmärkte funktioneren, waren falsch». Statt dass sie zu einem Gleichgewicht tendieren, würden sie Blasen und Crashs generieren. Laut dem Hedge-Fund-Manager müssten die Behörden daher indirekt versuchen, die Kreditvergabe besser zu kontrollieren: Über Kapital, das die Bank jeweils zurücklegen müssen. Je stärker die Kreditvergabe zunimmt, desto mehr sollen die Banken auf die Seite legen und umgekehrt.

«Die Banken sind politisch sehr einflussreich»

Doch Soros glaubt selber nicht, dass sich solche Reformen durchsetzen, wenn der Finanzsektor wieder auf vollen Touren läuft: «Der politische Einfluss der verbliebenen wenigen Grossbanken ist noch grösser geworden als er schon war, und diese werden ihre Macht nutzen.»

Verhalten optimistisch ist Soros immerhin für die Börsen – zumindest während der nächsten Wochen. Er hält es für «wahrscheinlich», dass die Kurse noch bis zum Jahresende weiter zulegen. Als wichtigsten Grund für das bisherige Kursfeuerwerk ortet er die von den Zentralbanken geschaffene Geldschwemme. Nach wie vor würden noch immer riesige Summen uninvestiert bleiben, die an die Börsen strömen könnten. «Weil sich an den Arbeitsmärkten keine Erholung zeigt, werden die Zentralbanken auch die Zinsen nicht so bald anheben», fügt Soros für die Börsen weiter an. Steigende Zinsen wären Gift für Aktienkurse.

Dollar verliert seine Stellung definitiv

Für die Gesamtwirtschaft zeichnet der berühmte Spekulant allerdings ein düsteres Bild: Weitere Stimulierungspakete sind seiner Meinung nach nötig. Ob solche politisch machbar seien, wisse er auch nicht, gestand Soros ein. Doch die Alternative wäre seiner Meinung nach das erneute Abgleiten in eine Rezession oder eine lang anhaltende Schwächephase der Wirtschaft.

Den grössten Teil seines Geldes hat Soros mit Währungsspekulationen verdient. So erstaunt es wenig, dass er sich im Interview umfassend zur Zukunft des Dollars äussert. Soros sieht momentan ein generelles Misstrauen gegenüber dem Geld in allen Währungen. Das ist für ihn der wahre Grund für die Wertzunahme von Gold oder Öl.

Dennoch hält Soros die Tage des Dollars als weltweite Leitwährung für gezählt: «Ich glaube, das System ist nicht mehr weiter funktionstüchtig», sagt er wörtlich. Schliesslich sei die USA nicht mehr der Motor der Weltwirtschaft. Diese Rolle hätte China übernommen. Weil die Wirtschaft des Reiches im Osten kleiner ist, als jene der USA, werde allerdings das Wachstum der Weltwirtschaft künftig geringer ausfallen.

Die Amerikaner hätten von der bisherigen Bedeutung des Dollars profitiert, diese Macht aber missbraucht. Schon jetzt zeige sich, dass der Rest der Welt immer weniger bereit sei, den Konsum der USA durch Dollarkäufe zu stützen. Wie von den Chinesen gewünscht, sollten die so genannten, künstlich geschaffenen Sonderziehungsrechte (SDR) des Internationalen Währungsfonds (IWF) zunehmende die Rolle als internationale Reservewährung einnehmen. Die Dollarschwäche habe für die Amerikaner immerhin den Vorteil, dass sie ihre Produkte günstiger im Ausland absetzen können. So könne wenigstens durch Exporte ein Teil des ausfallenden Inlandkonsums kompensiert werden. Quelle: Tagesanzeiger CH

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