Thank you for your support for this blog

Stoxx 50 15min delayed

Menü:. Wirtschaftsdaten - Wirtschaft - Quergelesen Nachrichten aus:

Der aktuelle Nachrichten - Überblick:

Global - 4wards

Wirtschaft - Quergelesen

Europa - Wirtschaft

Deutschland - Wirtschaft

Österreich - Wirtschaft

Schweiz - Wirtschaft

ATX realtime

Shadow Stats

Chart of U.S. Money Supply Growth

Montag, 9. November 2009

Wenn Tokyo im Staub versinkt

«Es ist einfacher, eine Finanzblase vorherzusagen als ein Erdbeben»

..sagt Didier Sornette, Professor für unternehmerische Risiken an der ETH Zürich.
Er beschäftigt sich Risiken, deren zeitlicher Einschätzung und den möglichen Auswirkungen solcher Ereignisse.

Er sagt unter anderem:
Tokyo wurde letztmals 1923 von einem Erdbeben zerstört. Die Zeitspanne bis zu einer Wiederholung beträgt rund 70 Jahre. Es kann also jederzeit geschehen. Das wird ein extremer Schock, der die Finanzwelt mit sich reißen wird. Es wird eine weltweite Depression geben, weil Japan eine sehr wichtige Wirtschaftsnation ist, es hält mehr als eine Trillion der amerikanischen Schulden. Das wird dramatische Konsequenzen für den Dollar haben.

Tatsächlich ist das keine Vorhersage, mehr eine naturwissenschaftliche Beobachtung. Bloß wer will diese Möglichkeit sehen und nachdenken, welche Entwicklungen sich daraus ergeben?

Prof. Sornette beschäftigen sich seit 15 Jahren mit der Erforschung von extremen Situationen auf den Finanzmärkten. Er hat mittels mathematischer Modelle unter anderem 2004 das Ende der amerikanischen Immobilien-Blase auf Mitte 2006 berechnet.

Ja, diese Krise war absehbar. Eine Wirtschaft, die um rund zwei oder drei Prozent wächst, ist nicht mit einem jährlichen Gewinnwachstum von 15 Prozent vereinbar.

Als Professor an der University of California in Los Angeles waren, schrieb er 2004 dem amerikanischen Notenbankchef Alan Greenspan einen Brief. Er schrieb ihm, dass er Modelle und Werkzeuge entwickelt habe, die für politische und wirtschaftliche Entscheidungsträger nützlich sein könnten, um die Instabilität des Marktes zu diagnostizieren. Sornette bot ihm eine Zusammenarbeit an. Greenspan antwortete nicht.

Der Einbruch des Aktienmarktes in China wird im Sommer 2009, zwischen dem 17. und 27. Juli 2009 fallen. Seit dem 4. August fiel sie um 25 Prozent.

Der Geophysiker begann an der University of California Regeln aus der naturwissenschaftlichen Welt in der Wirtschaft zu suchen – womit er als Außenseiter ins Gärtchen der Ökonomie trat. Heute, rund zehn Jahre später, ist er die Führungsfigur einer zunehmend respektierten Disziplin namens »Econophysics«.

Sornette indes kam zum Schluss, dass es in der Wirtschaft positive Rückkopplungseffekte gibt, welche die Preiskurven von einem »normalen« Wachstum abbringen: Es entsteht eine Blase. Diese Blasen aber – hier ein zweiter Grundgedanke – lassen sich erkennen: Nämlich daran, dass die Wachstumsraten höher als exponentiell werden. Damit aber steuert das System auf ein kritisches Niveau zu; es gibt einen Punkt, an dem sich diese Zuwachsraten nicht mehr halten lassen – die Blase platzt, die Luft entweicht.

Es war auch mit freiem Auge absehbar, nur kaum einer wollte die deutlichen Zeichen sehen.
Die Bank für den Internationalen Zahlungsausgleich berechnete das Volumen der ausstehenden
globalen derivativen Kreditverträge Ende 2007 auf nahezu 600 Billionen US-Dollar; das entspricht rund elfmal dem Welt-Bruttoinlandprodukt. Sornette stimmt mit Embrechts überein, wenn dieser sagt: «Eigentlich braucht es bei solchen fantastischen Zahlen gar keine mathematischen Modelle mehr, um zu erkennen, dass hier etwas faul war.
Woher sollte plötzlich all dieses Wachstum kommen?
Zu viele hatten sich der Illusion hingegeben, mit «innovativen» Finanzprodukten eine Eigenkapitalrendite von 15 bis 20 Prozent zu erzielen, während die Realwirtschaft
um lediglich 2 bis 3 Prozent wuchs.

Quelle: teilweise Auszühe aus eine Interview der Zeit

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

AMAZON