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Freitag, 1. Januar 2010

Das Geheimnis der unsichtbaren Hand

Was kommt nach der großen Krise?

Die Welt hat ein paar wertvolle Lehren gezogen, allerdings zu einem hohen Preis.

Vom großen Irrtum des Adam Smith - und vier weiteren Lehren des Jahres 2009. Sie alle widerlegen die alte ökonomische Doktrin.

Ein Gastbeitrag von Joseph E. Stiglitz in der Süddeutschen Zeitung - Auszüge

Lessons learned - really?

Die erste Lehre ist, dass Märkte sich nicht selbst korrigieren. Ohne angemessene Regulierung tendieren sie vielmehr zum Exzess. Im Jahr 2009 wird uns wieder einmal klar, warum Adam Smiths unsichtbare Hand oft unsichtbar bleibt: weil es sie gar nicht gibt.

Das eigennützige Streben der Banker führte eben nicht zum Wohl der Gemeinschaft, es war nicht einmal für Aktionäre von Nutzen. Ganz sicher nichts davon hatten die Hausbesitzer, die ihr Heim verloren; Arbeitnehmer, die ihre Jobs einbüßten; Rentner, die zusehen mussten, wie sich ihre Altersvorsorge in Luft auflöste oder die Steuerzahler, die Hunderte Milliarden Dollar zur Rettung der Banken zahlen mussten.

Angesichts des drohenden Zusammenbruchs des ganzen Systems wurde das Sicherheitsnetz des Staates - das eigentlich für Menschen in Not gedacht ist - generös auf Banken, dann auf Versicherungen, Autohersteller, ja sogar auf Autokreditfirmen erweitert. Noch nie wurde derart viel Geld von so vielen Menschen zu so wenigen umgeleitet.

Sie mussten genau jenen Institutionen Geld zukommen lassen, von denen sie vorher jahrelang abgezockt wurden - durch räuberische Kreditvergabe, Wucherzinsen bei Kreditkarten und undurchsichtige Gebühren. Und dann mussten die Steuerzahler auch noch zusehen, wie ihr Geld benutzt wurde, exorbitante Boni und Dividenden auszuzahlen. Dividenden sind eigentlich Anteile am Gewinn, in diesem Fall waren sie einfach Anteile an staatlichen Geschenken.

Die Bankenrettung enthüllte die allumfassende Heuchelei. Diejenigen, die unter Hinweis auf den Staatsetat Zurückhaltung gepredigt hatten, als es um kleine Sozialprogramme für die Armen ging, forderten nun lautstark das größte Sozialprogramm der Welt.

Diejenigen, die der Tugend der "Transparenz" das Wort redeten, schufen letztlich ein so undurchschaubares Finanzsystem, dass die Banker nicht einmal mehr ihre eigenen Bilanzen verstanden.

Zum zweiten haben wir gelernt, warum Märkte oft nicht so funktionieren, wie sie sollten. Für Marktversagen gibt es viele Gründe. In diesem Fall waren es perverse Anreiz-System bei Kreditinstituten, die zu groß sind, um sie scheitern zu lassen.

Da sieht man wie rückständig manche Branchen in manchen Ländern sind, denn in der "wirklichen Welt", dort wo Wert geschöpft wird also wirkliches Einkommen geschaffen wird, dort hat man vor Jahrzehneten erkannt, dass Umsatzprovisionen für Verkäufer ein probates Mittel sind ein Unternehmen in den Ruin zu führen. Unternehmer haben das abgestellt und sind auf Deckungsbeiträge bzw. Profit Center Ergebnisse als Erfüllungskriterium umgestiegen.


Dritte Lektion: Keynesianische Politik funktioniert. Länder wie Australien, die umfassende, wohl durchdachte Konjunkturprogramme umsetzten, kamen schneller aus der Krise.

Andere Länder ergaben sich der alten ökonomischen Orthodoxie, hinter der genau jene Finanzjongleure standen, die uns die Misere eingebrockt hatten. Wenn eine Volkswirtschaft in die Rezession schlittert, kommt es zu Etatdefiziten, weil die Steuereinnahmen schneller sinken als die Ausgaben.

Die vierte Lektion besteht darin, dass Geldpolitik mehr ist als Inflationsbekämpfung. Die übermäßige Konzentration darauf bedeutete, dass manche Zentralbanken einfach ignorierten, was mit ihren Finanzmärkten passierte. ´

Die Kosten einer leichten Inflation sind minimal im Vergleich zu den Kosten, die Volkswirtschaften aufgebürdet werden, wenn die Zentralbanken ungebremstes Wachsen von Blasen ermöglichen.

Die fünfte Lektion ist, dass nicht jede Innovation zu einer effizienteren und produktiveren Volkswirtschaft führt, geschweige denn zu einer besseren Gesellschaft. Es kommt auf private Anreizsysteme an, und wenn die falsch konstruiert sind, kann es zu übertriebener Risikobereitschaft und übermäßig kurzsichtigem Verhalten kommen.

Ein Beispiel: Während der Nutzen vieler neuer Finanzprodukte in den vergangenen Jahren schwer nachzuweisen, wenn überhaupt zu beziffern ist, so sind die damit verbundenen Kosten offenkundig und enorm.

Die Finanzingenieure schufen ja keine Produkte, die gewöhnlichen Bürgern halfen, das simple Risiko von Hauseigentum zu managen. Sie waren vielmehr darauf ausgerichtet, die Ausbeutung der weniger Gebildeten zu perfektionieren sowie jene staatlichen Vorschriften zu umgehen, die die Märkte effizienter und stabiler hätten gestalten sollen.

Naja, es gab schon einen Nutzen, den für Investmentbanken und Hedge Fonds sich zu bereichern. Umverteilung siehe auch -->

Wer von einer unsichtbaren Hand im Sinne von Adam Smith spricht sollte gleichzeitig auch allen Bedingungen dafür angeben die Smith damals postuliert hat.

Die wenigsten treffen auf die heutigen Märkte zu.

Das eigentliche Problem, weshalb die Marktwirtschaft nicht (mehr) funktioniert sind die ungleich verteilten Einflusssphären - Marktmächte der Marktteilnehmer.

siehe auch hier -->



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