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Samstag, 2. Januar 2010

Japan - Fakten

Japan ist der zweitgrößte Gläubiger von US-Staatsanleihen.

  • Die Dollar-Reserven betrugen Ende Juni 890 Mrd. Dollar.

  • Innerhalb der letzten 10 Jahre ist die Schuldenquote von 99% auf 180% des BIP gestiegen — laut IWF steigt sie in den nächsten 5 Jahren auf 240%!

  • Die Immobilienpreise liegen noch 50 bis 80% unter ihren Hochpunkten zu Zeiten der japanischen Immobilienblase ...

  • Die Leitzinsen liegen seit Jahren unter 1 Prozent — eine 10-jährige Yen-Anleihe rentiert derzeit mit nur 1,3%!

Dabei schrumpft die Wirtschaft plötzlich und massiv ...

Die Folgen sind die gleichen wie bei uns: Sinkende Steuereinnahmen einerseits und höhere Staatsausgaben andererseits führen zu noch mehr neuen Schulden.

  • Japan hat sich daher 2009 umgerechnet ca. ½ Billion Dollar (bzw. die entsprechende Menge Yen) neu geliehen ...

Zum Vergleich: Das ist mehr als das Doppelte der deutschen Neuverschuldung.

Japans Probleme treffen auch den Dollar

Seit Jahrzehnten sind die Japaner die Weltmeister im Niedrigzinssparen. Es gab Jahre, da legten sie 18% ihres Einkommens auf die hohe Kante — zu lächerlich niedrigen Zinsen.

Dieser enorme Spartrieb war der Grund für eines der größten Wunder des Welt-Finanzsystems:

  • Der japanische Staat konnte das prozentual größte Defizit der Welt zu den günstigsten Zinsen der Welt finanzieren

Allmählich macht sich nun ein neues Problem bemerkbar: Japans Bevölkerung schrumpft. Die Geburtenrate gehört zu den niedrigsten in der Welt.

Die Bevölkerung überaltert und immer weniger Verdiener müssen immer mehr Nicht-Verdiener miternähren. Sie sehen es hier:


Japan befindet sich mitten in einer Phase, in der sich das Verhältnis von produktiver Bevölkerung zu unproduktiver Bevölkerung steil verschlechtert. Bald kommen auf einen Berufstätigen 2 Nicht-Berufstätige. Besonders schlimm wird es in circa 20 Jahren (nach 2030). Das bedeutet: Der japanische Staat müsste eigentlich umgehend seine Schulden drastisch abbauen ...

Immer mehr Sparweltmeister gehen in Rente und lösen ihre Ersparnisse auf. Daher ist die Sparfähigkeit der Japaner bereits im Sinken begriffen.

  • Die japanische Sparquote ist bereits um 90% gesunken, von 18% (1990) auf nur 1,8%.


Die Netto-Ersparnis ist auf 5 Billionen Yen gesunken — während sie in den 90er-Jahren noch bei rund 35 Billionen Yen jährlich lag.

  • Dieses Jahr müssen die Japaner plötzlich 33 Billionen Yen neue Schulden aufnehmen — bei nur noch 5 Billionen Yen Sparleistung der eigenen Bevölkerung!

Zudem hat die nationale Rentenkasse das Finanzministerium bereits vorgewarnt: 2009 wird die Kasse zum ersten Mal zum Netto-Verkäufer von Anleihen — es kommt weniger Geld in die Kasse hinein, als an die Rentner ausgezahlt wird.

  • Konsequenz: Japan muss Geld aus dem Ausland importieren

Oh, das wird schwierig zu machen sein, wenn der Staat nur 1,3% Zinsen zahlen möchte!

Tatsächlich werden bereits Dollar in Yen getauscht — das ist der Grund, warum der Yen in den letzten Monaten so stark gegenüber dem Dollar aussah.

18% des japanischen Budgets sind bereits nichts weiter als Zinszahlungen!

Nachdem sie lange Zeit gesunken sind, steigen seit 2005 die Zinsbelastungen Japans wieder an.

Trotz der Mickerzinsen werden schon 1 Fünftel des Staatshaushalts für Schuldzinsen aufgewendet.

Dieser Alptraum wird zum Horrorfilm, sobald auch die Zinssätze steigen. Das kommt auf Japan zu. Und das Desaster nimmt seinen Lauf:

  • Japan hat die höchste relative Staatsverschuldung der Welt.

  • Sie steigt weiter an.

  • Der Leitzins kann nicht mehr tiefer gesetzt werden.

  • Die Sparquote fällt rapide.

  • Die Exporte sind zuletzt um über 30% eingeknickt (Maschinenbau minus 80%!).

  • Würden die Zinsen auf das Niveau klettern, das heute in den USA oder Europa üblich ist, würde sich der Zinsaufwand für Japan ungefähr verdreifachen!

Die Analysten von Hayman Capital halten es sogar für vorstellbar, dass Japan in weniger als 10 Jahren die gesamten Steuereinnahmen für Zinszahlungen benötigen wird.

Denn die Japaner sind künftig auf Kapitalimport angewiesen. Und das bedeutet, sie müssen sich dem internationalen Zinsniveau anpassen.

  • Wer in aller Welt wird sich mit 1,3% Zinsen in Yen abspeisen lassen — wenn das Land stramm auf 240% Staatsverschuldung zumarschiert?

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