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Chart of U.S. Money Supply Growth

Mittwoch, 27. Januar 2010

Staatsverschuldung steigt weiter

Während in der 3. Welt bzw in den Emergine Markets die Staatsverschuldung kaum zunimmt,
haben bei den OECD Nationen die Schulden stark zugenommen.
Die Lage in Japan hat sich durch die Immobilien krise 1990 ergeben.
Besorgniserrend ist aber der zunehmende Anstieg seit 2000.
Das United Kingdom hat dabei den zweifelhaften " Bestperformer Award" gewonnen.
Paralell dazu sinkt der Wert des britischen Pfunds.


Interessant ist dazu die Entwicklung der Verschuldung einzelnen Staatsbürger im nächsten Chart.

Montag, 25. Januar 2010

USA - GDP wächst stabil

Das BruttoInlandsProdukt der USA wächst ziemlich beständig um die ca 3% pa - seit 1950, unabhängig, ob die Schulden steigen!!!

Wenn aber die stark steigenden Schulden der USA seit 1980 sich nicht in einem erhöhten Wachstum ausdrücken, was für einen Einfluss haben diese dann?

Normalerweise macht man Investments mit Schulden die eine höhere Rendite vorweisen als die Zinsen für die Kredite damit müßte das GDP stärker ansteigen.

Es könnte aber auch sein, dass es genau durch diese starken Schuldenanstieg zu einem gegenläufigen Effekt kommt der im System der US Volkswirtschaft zu suchen ist, der den erwarteten stärkeren Anstieg wieder ausgleicht.

Donnerstag, 21. Januar 2010

BRIC´s im wieder Kommen

Emerging Markets: Konsum- statt Exportsektor!

Die Entwicklung der Gesamtbevölkerung ist für die Binnenmärkte in den Schwellenländern nicht die relevante Größe.

Entscheidend ist die Entwicklung einer gut ausgebildeten, kapitalkräftigen Mittelschicht.

Genau diese wird sich in den kommenden Jahren mit rasender Geschwindigkeit entwickeln. So wird sich die Zahl der Menschen aus den Emerging Markets, die man zur Mittelschicht rechnet (Einkommen über 15.000 USD), zwischen 2006 und 2016 wohl vervierfachen.

Die erwartete Entwicklung der Mittelklasse in den vier BRIC-Ländern bis 2050

Quelle: Goldman Sachs. Anzahl in Milliarden. Die kaufkräftige Mittelschicht ist für die Entwicklung eines Binnenmarktes die entscheidende Komponente. Die Mittelschicht in den vier großen BRIC-Staaten in den nächsten Jahrzehnten rasant wachsen und damit den inländischen Konsum ankurbeln.

Genau diese kapitalkräftigen Mittelschichten entstehen nun in den Emerging Markets. Das ist der dritte Grund für den anhaltenden Boom der Emerging Markets: Junge Menschen mit guten Ausbildungen, die erstmals über zusätzliches Geld verfügen. Viele dieser Menschen kommen noch aus armen Verhältnissen oder wissen genau unter welchen schweren Bedingungen ihre Eltern und Großeltern lebten.

Prognostizierte Entwicklung des BIP pro Kopf in den BRIC-Staaten (in USD)

Quelle: Goldman Sachs Research.

Das „Vermögen" der Menschen in den Emerging Markets, und vor allem in den BRIC-Staaten, nimmt in den kommenden Jahrzehnten stark zu. Dieses bisher nicht vorhandene Kapital wird die Binnenmärkte in den jeweiligen Schwellenländern entfachen. Der hellgraue Balken (links) steht für Indien.

Der dunkelgraue Balken für Brasilien. Der mittelgraue Balken für China.

Der schwarze Balken für Russland.

Es wird noch Jahre dauern, bis die Binnenmärkte weit genug entwickelt sein werden, um eine relevante Größe in den Volkswirtschaften der Emerging Markets zu spielen.

Freitag, 15. Januar 2010

Insolvenz von Nationen

Venezuela (Platz 1)
Weil Präsident Hugo Chávez das Budgetdefizit v
erringern will, wertete er die heimische Währung um 50 Prozent ab. Investoren sind wenig begeistert. Die Wahrscheinlichkeit eines Zahlungsausfalls gibt das Analysehaus CMA mit 57,7 Prozent an.

Ukraine (Platz 2)
Der IWF stützt die Ukraine mit insgesamt 16,4 Milliarden Dollar, schreibt die «Financial Times Deutschland». Doch der Währungsfonds verlangt eine niedrigere Inflation. Im Dezember lag die Teuerung allerdings bei 12,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Ausfallwahrscheinlichkeit gibt das Analysehaus CMA bei 54,6 Prozent an.


3/5 Argentinien (Platz 3)
Präsidentin Cristina Kirchner feuerte Zentralbankchef Martin Redrado, weil der sich weigerte, 6,6 Milliarden Dollar an Devisenreserven zur Schuldentilgung freizugeben. Redrado akzeptierte seine Demission nicht und kündigte eine richterliche Verfügung gegen seine Absetzung an, schreibt die «Financial Times Deutschland». Die Wahrscheinlichkeit eines Zahlungsausfalls veranschlagt CMA auf 49,1 Prozent.


Lettland (Platz 4)

Der baltische Staat wird von der Krise hart getroffen. Wegen der Rezession kletterte die Arbeitslosenquote im Dezember mit 16 Prozent auf den höchsten Stand seit 1991. IWF und EU stützen es mit einem Kredit von mehr als 11 Milliarden Dollar. Die Ausfallwahrscheinlichkeit wird bei 30,1 Prozent angesetzt.


Island (Platz 5)

Die Insel im Nordatlantik schrammte im Herbst 2008 nur knapp an der Pleite vorbei. Seitdem hat Island die drei grössten Banken des Landes verstaatlicht und durch eine Aufspaltung in werthaltige Teile und Risikoaktiva eine Sanierung eingeleitet. Die Wahrscheinlichkeit eines Zahlungsausfalls taxiert das Analysehaus CMA auf 25,4 Prozent.

Quelle: CMA 4.Quartal 2009

Dienstag, 12. Januar 2010

Erdöl Ausblick 2010

Volle Tanker lagern in den Häfen vor Anker und warten darauf gelöscht zu werden.
Lagerhaltung ist unproduktiv und kostet Geld (Schifffrachtraten und Zinsen).
Ende 2009 halten die OECD-Staaten rund 2,77 Milliarden Barrel auf Lager. Diese Menge deckt 58 Tage an durchschnittlichem Verbrauch.
Damit liegen die Bestände deutlich über dem 5-Jahres-Durchschnitt für diese Periode.
Auch 2010 wird es so weitergehen. Somit ist wiederum der Nachweis erbracht, dass die derzeitige Erdölpreishöhe nicht dem Marktverhältnissen entspricht sondern sich aus Spekualtion der der Höhe von ca 20-25 USD/b bewegt

Back to "bankness" as usual

Vielmehr befürchten sie, dass die Banken – kaum haben sie die Finanzkrise einigermassen überwunden – wieder zu früheren Handlungsmustern zurückkehren und auf ihrer erneuten Renditejagd übermässige Risiken eingehen.

Es ist nicht eine Frage des Befürchtens sondern der wirtschaftlichen Notwendigkeit.
Die Banken, die in der Krise 2008-09 viel Geld verloren haben, welches teilweise in den Büchern noch nicht vollständig abgeschrieben wurde müssen nun "umso mehr verdienen" um die Kapitallücken auzufüllen.

Und wie geht das?? Natürlich mit den erprobten Mittel vor 2008. Wie sonst?

Erschwerend kommt hinzu, dass häufig auch die Beteiligungsansätze von (ausgelagerten bzw. nicht konsolidierten) Zweckfirmen in irgendeiner Form saniert werden müssen und das funktioniert am Besten mit dem billigen Geld von "Papa Staat" und mit Carry Trades auf den USD, der nun vermutlich dasselbe Schicksal erleiden wird wie die bisherige Carry trade Währung Yen erlitten hat.

Der Sinn und Zweck ist und bleibt das erprobte und bewährte Umverteilungskonzept , welches in weitere Folge zu noch heftigeren Erschütterungen führen wird.

GM legt bei Saab die Latte hoch

Der amerikanische Autokonzern General Motors hat sämtliche vorliegenden Offerten für die schwedische Tochterfirma Saab zurückgewiesen.

«Gebt uns 450 Millionen Dollar und die Situation ändert sich»

Welche Beweggründe könnte GM Chef Whiteacre leiten?
Möglichst viel Geld für die eigene Sanierung herausholen - na klar, bloß man darf den Bogen nicht überspannen, denn sonst wird aus dem Verkauf nichts und man erhält gar nichts.
Aber es könnten für GM auch interessant sein SAAB untergehen zu lassen, um keinem anderen Investor die Chance zu geben es besser zu machen und dann von den Medien als langjähriger Versager abgekanzelt zu werden.

Zugegeben die Situation um SAAB ist schon ziemlich verfahren, denn GM hat sich die seit dem Beginn des Engagements nie mit Erfolg geschweige mit Ruhm bekleckert.
Inwieweit GM mit eigenen Produkten die Lücke einer stillgelegten SAAB füllenkönnte sind nur sehr vage Spekulationen, die kaum eine Chance haben.

Ecclestone und Spyker könnten SAAB komplett anders positionieren.
Was wäre wenn Bernie E. auf die Idee käme alle Formel 1 Fahrer mit dem gleichen - seinem Auto" auszustatten, sodass es dann wirklich nur mehr um die fahrerische Qualität des Rennfahrers geht, ohne die Unterstützung durch technische Raffinessen (oft auch verbunden mit Reglementverstößen) der Rennställe.

Dafür spräche einfach auch der Erhalt dieser Sportart, denn immer mehr Firmen ziehen sich auch auf grund der Krise aus dem sehr kostenintensiven Rennsport zurück.

Das Schlimmste für Bernie E.´s Lebenswerk wäre wenn die Formel 1 mangels der Rennställe eingestellt werden müsste.

Sonntag, 10. Januar 2010

Durch den Kakao gezogen

Spekulanten, Banken und Fonds glaubten, auf den Rohstoffmärkten deutlich höhere Gewinne erzielen zu können als mit anderen Investments.
„Hat die Schokolade es verdient, dass ihr das gleiche Schicksal droht, wie zum Beispiel dem Rohöl- und dem Benzinpreis?“, fragte ein BDSI-Sprecher.
Der Grund für den Hype ist aus Sicht des Bundesverbandes der Deutschen Süßwarenindustrie (BDSI) die Verlagerung des Börsengeschäfts auf Rohstoffzertifikate.

Statt in Öl oder Gold investieren Banker rund um den Globus neuerdings in die wichtigste Zutat der Schokolade. „Die Spekulanten haben ein neues Spielfeld gesucht und den Kakao entdeckt“, sagte Sönke Renk, Mitglied der Geschäftsführung beim Gebäckhersteller Bahlsen

Von einem Mangel an Kakaobohnen kann aus Sicht des Verbands nicht die Rede sein. Schätzungen zufolge werde die Ernte im wichtigsten Lieferantengebiet, der Elfenbeinküste, sogar um 0,2 auf 1,4 Millionen Tonnen steigen. Auch mit der gestiegenen Nachfrage hat die Preis-Explosion für Kakao nach Ansicht der Süßwarenhersteller nichts zu tun.

„Das ist rein durch Spekulanten getrieben“, sagte Peter Riegelein, Geschäftsführender Gesellschafter des gleichnamigen Unternehmens.
Früher konnte sich Riegelein die künftige Preisentwicklung des Kakaos anhand der Informationen über die Ernte und anderen Indikatoren selbst ganz gut ausrechnen. „Aber jetzt ist unser Expertenwissen obsolet geworden. Das macht die ganze Branche unsicher.“

Quelle: Auszüge aus die Welt

Samstag, 9. Januar 2010

Börsenboom wegen PPT?

Manipuliert das Plunge Protection Team die Kurse? Dieser Artikel erschien 2003 in der FAZ

"Hinter dem Börseboom stecken weder die Wirtschaftsdaten noch traditionelle Kapitalquellen", sagt der Chef des Analysehauses TrimTabs - Charles Biderman - an dem auch Goldman Sachs beteiligt ist. Seiner Meinung nach könnte die US-Regierung den Markt manipulieren.

Seit März 2008 ist die Marktkapitalisierung an der Wall Street um sechs Billionen Dollar gestiegen. Doch weder Privatanleger noch Hedge-Fonds und Pensionsfonds oder ausländische Investoren hätten so viel Geld in den Markt gepumpt, schließt Biderman. Er stellt sich daher die Frage: Woher kommt das Geld?

Die US-Regierung könnte es sich jedenfalls leisten, sich die Börse hochzukaufen, zitiert die "Financial Times" Biderman. "Wir haben keine Beweise, aber wir wissen, dass weder die Wirtschaft noch traditionelle Kapitalquellen hinter dem Börseboom stehen".

Biderman begründet seine These:

  • Unternehmen wären nicht auf der Kauf-, sondern auf der Verkaufsseite engagiert.
  • Hedgefonds kämen zwar in Frage, aber angesichts gleichzeitiger Geldabflüsse niemals im genannten Umfang.
  • Das Ausland hat zwar für 109 Milliarden Dollar gekauft, aber auch dadurch lässt sich der Boom nicht erklären.

PPT steht für Plunge Protection Team und hat eine ganz spezielle Aufgabe als Krisenfeuerwehr für Kapitalisten.

As far as we know, it is not illegal for the Federal Reserve or the U.S. Treasury to buy S&P 500 futures. Moreover, several officials have suggested the government and major banks could support stock prices. For example, former Fed board member Robert Heller opined in the Wall Street Journal in 1989, “Instead of flooding the entire economy with liquidity, and thereby increasing the danger of inflation, the Fed could support the stock market directly by buying market averages in the futures market, thereby stabilizing the market as a whole.”

In a Financial Times article in 2002, an unidentified Fed official was quoted as acknowledging that policymakers had considered buying U.S. equities directly, not just futures. The official mentioned that the Fed could “theoretically buy anything to pump money into the system.” In an article in the Daily Telegraph in 2006, former Clinton administration official George Stephanopoulos mentioned the existence of “an informal agreement among the major banks to come in and start to buy stock if there appears to be a problem.”
Think back to mid-March 2009. Nothing positive was happening, and investor sentiment was horrible. The Fed, the Treasury, and Wall Street were all trying to figure out how to prevent the financial system from collapsing.
What if Ben Bernanke, Tim Geithner, and the head of one or more Wall Street firms decided that creating a stock market rally was the only way to rescue the economy? After all, after-tax income was down more than 10% y-o-y in Q1 2009, and the trillions the government committed or spent to prop up various entities was not working. One way to manipulate the stock market would be for the Fed or the Treasury to buy a nominal $60 to $70 billion of S&P 500 stock futures each month for as long as necessary. Depending on margin levels, as little as $5 billion to $15 billion per month was all that was necessary to lift the S&P 500 by 67%. Even $15 billion per month would have been peanuts compared to what was being doled out elsewhere.
Since the stock market was extremely oversold in early March, not only would a new $60 to $70 billion per month of buying power have stopped stock prices from plunging, but it would have encouraged huge amounts of sideline cash to flow into equities to absorb the $295 billion in newly printed shares that have been sold since the start of April.
This type of intervention could explain some of the unusual market action in recent months, with stock prices grinding higher on low volume even as companies sold huge amounts of new shares and retail investors stayed on the sidelines. Some market watchers have charted that virtually all of the market’s upside since mid-September has come from after-hours futures activity.
Quelle: Die Presse und Financial Times - Alphaville

Krise läßt Mobilität sinken

„Wenn das Haus nicht wäre, würde ich dorthin ziehen, wo es Arbeitsplätze gibt – nach...."

Die hohe Mobilität der Arbeitnehmer war bisher eine der Stärken der US-Wirtschaft. Durch ihre Hypotheken, kombiniert mit gefallenen Häuserpreisen, sind nun aber viele US-Bürger an ihren Wohnort gebunden.

Viele Jobsuchende haben Probleme, ihr Haus zu verkaufen, was über ein Jahr dauern kann.
Wer sein Haus "allein" läßt, läuft auch Gefahr, dass es von Vagabunden zerstört und/oder als Unterkunft verwendet wird.
Andere müssen am Wohnort bleiben, weil ihre Hypotheken mittlerweile den Wert ihres Hauses übersteigen. Für die Abdeckung der Kreditlücke fehlt mangels finanzieller Rücklagen das Geld.

Fast elf Millionen Häuser oder ein knappes Viertel aller mit Hypothek belasteten Objekte sind wegen der geplatzten Immobilien-Blase weniger wert als das Darlehen.
1951 zogen jedes Jahr noch 21 Prozent der Amerikaner um. Viele Familien sind heute von zwei Einkommen abhängig, was einen Umzug erschwert.

Angesichts solcher Zahlen warnt Wirtschafts-Nobelpreisträger Joseph Stiglitz: „Wir sind dabei, eine unserer großen Stärken zu verlieren.“

Quelle: Auszüge aus der Presse

Sie kommen, nehmen und gehen wieder

Sie kommen (in Toppositionen), verkünden (Illusionen), nehmen (Geld) und gehen (über "Leichen") wieder...bevor der Schwindel auffliegt.
Narzisstisch gestörte Manager (Politiker) seien nur schwer zu therapieren, sagt der Psychiater und Gutachter Thomas Knecht.
Im Gespräch erlebe er sie als überaus anregend, doch fehle ihnen die Einsicht in ihr Vergehen.

Die Ansprüche eines Narzissten, fast nur Männer, gehen weit darüber hinaus, was Bescheidenheit, Realismus und Normalität ist, seine Lebenshaltung sind Superlative in allen Dimensionen.

Leute, die mit Wirtschaftsdelikten straffällig geworden sind und bei denen ich abklären muss, ob sie zurechnungsfähig und damit schuldfähig sind. Und wie gross das Risiko eines Rückfalles bleibt. Dazu gehören die typischen Betrüger, die schon früher straffällig wurden. Und dann jene Wirtschaftsleute, die lange Zeit Erfolg hatten und Karriere machten, also gesellschaftlich nicht auffielen. Und die dann dennoch den Unternehmen durch ihr Verhalten geschadet haben, weil sie hohe Risiken eingingen, weil sie Probleme verschwiegen, weil sie Gesetze brachen. Diese Gruppe von narzisstischen Persönlichkeiten erreicht in der Wirtschaft oft Spitzenpositionen.

Sie zeigen, worum es in ihrem Geschäft geht: möglichst viel für sich zu bekommen, ohne dass die anderen es merken. Ob das dann auch dem Unternehmen und den Angestellten zugute kommt, ist ihnen egal. Globalisierung und Konzentration kommen dieser Mentalität sehr entgegen, weil die Kontrolle fehlt, aber auch die Rücksichtnahme und die Bereitschaft zur Zusammenarbeit.

Die Unternehmenskultur fördert dieses Verhalten, vor allem bei sehr grossen, also globalisierten Unternehmen, die Menschen und Produkte herumschieben und bei denen die soziale Selbstkontrolle nicht mehr greift. Wenn Macht und Abhängigkeit ein Unternehmen bestimmen und nicht die Gegenseitigkeit menschlicher Kontakte, können sich narzisstisch gestörte Persönlichkeiten besonders gut profilieren. Sie verfügen über Untergebene und Ressourcen, werden selber aber kaum je kontrolliert. Besonders die grossen Unternehmen selektieren vorzugsweise Spitzenkader mit narzisstischen Charakteren.

Solche Leute haben ein übersteigertes Selbstgefühl bis zum Gefühl der Allmacht.
  • Sie kennen keine Selbstkritik und dulden auch keine Kritik von Dritten.
  • Sie machen grosse Versprechungen, ohne sich um die Erfüllung zu kümmern.
  • Sie interessieren sich so lange für andere, als es ihrem eigenen Fortkommen dient.
  • Sie zweifeln nie an ihrem Handeln und geben für Fehler immer anderen die Schuld.
  • Sie tendieren dazu, Menschen zu manipulieren, sie reagieren mit Neid auf den Erfolg von anderen.
  • Sie sind misstrauisch und wittern überall Komplotte.
  • Sie umgeben sich mit Leuten, die sie bestätigen und sie bewundern.
  • Sie sind unfähig zu echten Beziehungen.
Etwas verkürzt gesagt: Narzisstische Persönlichkeiten neigen zu Grössenfantasien und Paranoia. Gleiches gilt auch für "Politische Führungspersonen".
Dabei werden of jene mit Beförderungen belohnt, die Untergebenen oder Konkurrenten gegenüber besonders rücksichtslos auftreten. Man kann von einem krank machenden Umfeld reden.
Das Gefährlichste bei diesen Leuten sind ihre Beziehungsstörung und ihr Realitätsverlust. Narzisstisch gestörte Kaderleute empfinden keine Empathie für andere, dafür haben sie ein grandioses Gefühl der eigenen Bedeutung, hegen Fantasien eines grenzenlosen Erfolges. Sie verlangen unentwegt nach kritikloser Anerkennung und Bewunderung und denken, dass ihnen alles zusteht: Geld, Macht, Prestige. Dabei umgeben sie sich mit Beratern, die sie in allem bestätigen, obwohl sie sie doch kritisieren sollten. Vor allem tendieren narzisstische Persönlichkeiten dazu, andere Menschen auszubeuten. Damit richten sie in Unternehmen oft Verheerungen an, weil sie anderen Menschen und auch den Geschäftsbeziehungen schwer schaden.

Die meisten leiden eigentlich nur darunter, dass die Justiz plötzlich gegen sie vorgeht: dass sie dem Untersuchungsrichter vorgeführt werden und sich in einer Zelle wiederfinden. Der soziale Absturz verletzt sie. Aber dass sie ihrem Unternehmen oder anderen geschadet haben, sehen sie überhaupt nicht ein.

Die Therapie muss in einem gehobenen Ambiente stattfinden, der Therapeut muss ihrer Ansicht nach der beste sein, den es überhaupt gibt. Worauf sie ihn zu Beginn mit Komplimenten zudecken und ihm versichern, niemand habe ihre Situation so gut verstanden wie er. Sobald der Therapeut die Gründe für eine narzisstische Störung angeht, schlägt die Anerkennung in Enttäuschung um, und die Behandlung wird oft abgebrochen. Der Klient sucht sich dann einen anderen Therapeuten, bei dem er über die Fehler des Vorgängers und das ihm widerfahrene Unrecht klagen kann.

Echte und nachhaltige Therapieerfolge gibt es anscheinend nur wenige. Die Kosten des Wirkens dieser kranken Persönlichkeiten trägt die Allgemeinheit. Dabei sind nicht die Therapiekosten gemeint.

Quelle: Auszüge aus dem Interview im Tagesanzeiger

Freitag, 8. Januar 2010

Gasmarkt Ausblick

Erdgas wird unabhängig vom Politikkontext eine entscheidende Rolle spielen
Unter der Annahme eines sich 2010 wieder belebenden Weltwirtschaftswachstums wird der Erdgasverbrauch weltweit wieder auf seinen langfristigen Aufwärtstrend einschwenken. Das Tempo des Verbrauchswachstums wird jedoch entscheidend von der Stärke der getroffenen Klimaschutzmaßnahmen abhängen.
Auf Grund bremsender Faktoren bei der Einführung CO2-armer Technologien sowie des im Vergleich zu Kohle und Öl geringeren CO2-Gehalts von Erdgas wird der Erdgasverbrauch selbst im 450-Szenario weiter zunehmen. Im Referenzszenario steigt der weltweite Erdgasverbrauch zwischen 2007 und 2030 von 3,0 Bill. m3 auf 4,3 Bill. m3 und damit durchschnittlich um 1,5% jährlich.
Der Erdgasanteil am weltweiten Primärenergiemix erhöht sich geringfügig von 20,9% im Jahr 2007 auf 21,2% im Jahr 2030. Über 80% des zwischen 2007 und 2030 zu verzeichnenden Anstiegs des Gasverbrauchs entfallen auf Nicht-OECD-Länder, mit der stärksten Zunahme im Nahen Osten. In Indien und China werden die höchsten Zuwachsraten zu beobachten sein. Den größten Beitrag zum Wachstum des Gasverbrauchs wird voraussichtlich weiterhin der Kraftwerkssektor leisten.

Die Aussichten bis 2015 unterscheiden sich deutlich vom längerfristigen Ausblick.
Auch wenn für 2008 und Anfang 2009 nur partielle und vorläufige Daten zum Gasverbrauch vorliegen, ist anzunehmen, dass der Primärgasverbrauch 2009 infolge der
wirtschaftlichen Kontraktion weltweit sinken wird, möglicherweise um die 3%. Unter der Annahme, dass sich die Wirtschaft ab 2010 erholt, dürfte die weltweite Nachfrage wieder anziehen. Im Zeitraum 2010-2015 wird sie durchschnittlich um 2,5% pro Jahr steigen. Die Angebotskapazitäten dürften rascher expandieren.
Im 450-Szenario steigt der weltweite Primärgasverbrauch zwischen 2007 und 2030 um 17%, ist 2030 aber um 17% niedriger als im Referenzszenario. In den meisten Nicht-OECD-Regionen wird der Verbrauch bis 2030 weiter wachsen, in einigen Regionen dürfte ab 2020 jedoch ein Rückgang zu verzeichnen sein. Auf Grund von Maßnahmen zur Förderung von Energieeinsparungen durch eine effizientere Erdgasnutzung und CO2-arme Technologien verringert sich der Gasverbrauch, wodurch der Effekt der infolge von höheren CO2-Preisen und Regulierungsinstrumenten gestiegenen Wettbewerbsfähigkeit von Gas im Vergleich zu Kohle und Öl in der Stromerzeugung und im Endverbrauch bei weitem ausgeglichen wird.
Der Gasverbrauch wird in OECD-Ländern im Allgemeinen gegen Mitte des Projektionszeitraums seinen Höhepunkt erreichen und dann bis 2030 im Zuge der Umorientierung der Investitionen in der Stromerzeugung – hauptsächlich auf erneuerbare Energien und Kernkraft – zurückgehen. In den Vereinigten Staaten wird im Zeitraum bis 2020 ein stärkerer Zuwachs des Erdgasverbrauchs zu verzeichnen sein als im Jahrzehnt bis 2030 des Referenzszenario, was sich großenteils aus der steigenden Wettbewerbsfähigkeit von Erdgas gegenüber Kohle erklärt.
Die Gasvorräte sind gewaltig, ihre Förderung wird jedoch mit Herausforderungen verbunden sein Die verbleibenden weltweiten Erdgasreserven sind mehr als ausreichend, um jeden
denkbaren Anstieg der Gasnachfrage bis 2030 und weit darüber hinaus zu decken, die Kosten der Erschließung neuer Lagerstätten dürften auf lange Sicht jedoch steigen. Ende 2008 beliefen sich die nachgewiesenen Erdgasreserven weltweit auf insgesamt mehr als 180 Bill. m3, was etwa sechzig Jahren Förderung bei den derzeitigen
Förderraten entspricht.
Über die Hälfte dieser Reserven befindet sich in nur drei Ländern:
Russland, Iran und Katar. Die verbleibenden geschätzten förderbaren Gasreserven sind
wesentlich größer. Die langfristig förderbaren Gasreserven belaufen sich Schätzungen zufolge weltweit auf über 850 Bill. m3 (bei alleiniger Berücksichtigung der Kategorien von Reserven, deren wirtschaftliche Förderbarkeit schon nachgewiesen wurde). 45% davon entfallen auf unkonventionelle Gasreserven, hauptsächlich Kohleflözmethan, Tight Gas (aus Lagerstätten mit sehr geringer Durchlässigkeit) und Shale Gas. Bis heute wurden insgesamt nur 66 Bill. m3 Gas gefördert (oder abgefackelt).
Fast der ganze vorrausichtliche Anstieg der weltweiten Erdgasförderung im Zeitraum 2007-2030 wird den Projektionen zufolge auf die Gruppe der Nicht-OECD-Länder entfallen. Das stärkste Wachstum der Fördermengen (und der Exporte) in absoluten Zahlen wird im Nahen Osten zu verzeichnen sein: In dieser Region befinden sich die größten Reserven bei den gleichzeitig geringsten Förderkosten , vor allem wenn Gas zusammen mit Öl gefördert wird. Ein Großteil des Fördermengenwachstums wird Iran und Katar zuzuschreiben sein. Auch in Afrika, Zentralasien (vor allem Turkmenistan), Lateinamerika und Russland wird ein starkes Fördermengenwachstum zu beobachten sein.
Der Gashandel zwischen den Weltregionen wird im Verlauf des Projektionszeitraums deutlich zunehmen, von rd. 677 Mrd. m3 im Jahr 2007 auf 1 070 Mrd. m3 im Jahr 2030 im Referenzszenario und knapp über 900 Mrd. m3 im 450-Szenario.
In der Region OECD-Europa und im Asien-Pazifik-Raum wird das Volumen der Einfuhren in beiden Szenarien steigen.
Die Förderrückgangsrate der existierenden Felder ist der wichtigste Bestimmungsfaktor für den Umfang der erforderlichen neuen Kapazitäten und Investitionen zur Deckung der projizierten Nachfrage. Eine feldgenaue Analyse der vergangenen Produktionstrends von fast 600 Gasfeldern (auf die fast 55% der weltweiten Förderung entfallen) lässt darauf schließen, dass nahezu die Hälfte der weltweit vorhandenen Förderkapazitäten bis 2030 infolge von Lagerstättenerschöpfung ersetzt werden muss. Dies entspricht dem Doppelten
der gegenwärtigen Erdgasproduktion Russlands. 2030 wird im Referenzszenario trotz fortgesetzter Investitionen nur etwa ein Drittel der Gesamtförderung aus den derzeit produzierenden Feldern kommen. Die Förderrückgangsraten nach Erreichen der Förderspitze fallen für größere Felder geringer aus, und in Offshore-Feldern sind sie höher als in Onshore-Feldern vergleichbaren Umfangs. Die beobachtete durchschnittliche Förderrückgangsrate der weltgrößten Gasfelder nach Erreichen der Förderspitze beläuft sich produktionsgewichtet auf 5,3%. Ausgehend von diesen Zahlen sowie Schätzungen zur Größe und Altersverteilung der weltweiten Gasfelder ergibt sich eine globale produktionsgewichtete Förderrückgangsrate für sämtliche Felder (nach Erreichen der Förderspitze) von 7,5% – d.h. eine vergleichbare Förderrückgangsrate wie für die Ölfelder.

Unkonventionelles Gas verändert die Sachlage in Nordamerika und andernorts Die rasche Entwicklung unkonventioneller Gasressourcen, die in jüngster Zeit in den Vereinigten Staaten und in Kanada zu beobachten war , hat die Aussichten für den Gasmarkt verändert; sowohl in Nordamerika als auch in anderen Teilen der Welt.
Durch neue Technologien, wie Horizontalbohrungen in Kombination mit hydraulischer Rissbildung, war es möglich, die Förderleistung je Bohrloch für unkonventionelles Gas – insbesondere Shale Gas – bei gleichzeitiger Kostensenkung zu steigern. Diese Angebotszuwächse führten zusammen mit der durch die Wirtschaftskrise ausgelösten Nachfrageschwäche und den ungewöhnlich hohen Speicherniveaus dazu, dass die US-Preise drastisch von durchschnittlich fast USD 9 pro Million British thermal units (Mbtu) im Jahr 2008 auf unter USD 3/Mbtu Anfang September 2009 fielen, was den Bedarf an Flüssigerdgasimporten verringerte und für Preissenkungsdruck in anderen Regionen sorgte. Der Preisrückgang in Nordamerika zog unweigerlich eine Abnahme
der Bohraktivitäten nach sich, die Produktion konnte sich jedoch erstaunlich gut
behaupten, was auf stark gesunkene Grenzförderkosten schließen lässt. Unsere Analyse
zeigt, dass in Nordamerika infolge neuer unkonventioneller Angebotsquellen in den
kommenden Jahrzehnten die Möglichkeit einer Steigerung der Gesamtfördermenge
zu Bohrlochkosten von USD 3-5/Mbtu besteht (Kosten von Bohrung und Verrohrung, in
Dollarwerten von 2008), auch wenn zu erwarten ist, dass steigende Kosten für Material
und Bohranlagenmiete mit der Zeit Aufwärtsdruck auf die Stückkosten ausüben werden.
Angesichts der hohen Förderrückgangsraten bei unkonventionellem Gas werden zudem
ständig neue Bohrlöcher angelegt werden müssen, um das Produktionsniveau aufrecht-
zuerhalten.
Inwieweit sich die in Nordamerika beobachtete rapide Entwicklung der unkonventionellen Gasförderung in anderen Regionen der Welt wiederholen könnte, die über solche Ressourcen verfügen, ist nach wie vor höchst ungewiss. Außerhalb Nordamerikas wurden die unkonventionellen Gasressourcen noch nicht genau abgeschätzt und die Fördermengen sind noch gering. Von einigen Regionen, darunter China, Indien, Australien und Europa, wird angenommen, dass sie über umfangreiche unkonventionelle Gasressourcen verfügen, in einigen Fällen könnten jedoch erhebliche Hindernisse für ihre Erschließung bestehen. Dazu gehören Probleme in Bezug auf die Zugänglichkeit der Lagerstätten, die Notwendigkeit großer Wassermengen zur Bohrlochvorbereitung, die Folgen für die Umwelt sowie die räumliche Entfernung der Lagerstätten von der bestehenden Pipeline-Infrastruktur. Zudem könnten die geologischen Eigenschaften noch nicht untersuchter Lagerstätten zu erheblichen technischen und wirtschaftlichen Schwierigkeiten bei der Erschließung führen. Im Referenzszenario erhöht sich die unkonventionelle Gasförderung zwischen 2007 und 2030 weltweit von 367 Mrd. m3 auf 629 Mrd. m3, wobei der Großteil dieses Anstiegs auf die Vereinigten Staaten und Kanada entfällt. Der Anteil von unkonventionellem Gas an der Gesamtgasförderung der Vereinigten Staaten wächst von über 50% im Jahr 2008 auf fast 60% im Jahr 2030.
Im Asien-Pazifik-Raum (auşerhalb Australines) und in Europa wird die Produktion voraussichtlich in der zweiten Hälfte des Projektionszeitraums in Schwung kommen, wenngleich der Anteil von unkonventionellem Gas an der Gesamtproduktion in diesen Regionen gering bleiben wird. Weltweit steigt der Anteil von unkonventionellem Gas zwischen 2007 und 2030 von 12% auf 15%. Diese Projektion ist allerdings mit erheblicher Unsicherheit behaftet, vor allem für die Zeit nach 2020; die Förderung könnte potenziell wesentlich stärker zunehmen.

Es droht eine Gasschwemme
Der unerwartete Aufschwung bei der Förderung von unkonventionellem Erdgas wird
in Kombination mit dem nachfragesenkenden Effekt der derzeitigen Rezession in den nächsten Jahren voraussichtlich zu einem akuten Überangebot an Gas führen.
Laut unserer Trendanalyse von Nachfrage und Kapazitäten, die sich auf eine Bottom-up-Beurteilung der gegenwärtigen Investitionen in Projekte im Upstream-, Pipeline- und Flüssigerdgas-Bereich sowie der damit verbundenen Kapazitätserweiterungen stützt, ist mit einer starken Zunahme der ungenutzten interregionalen Transportkapazitäten zu rechnen. Unseren Schätzungen zufolge wird die weltweit nicht genutzte Pipelinekapazität sowie die weltweite Kapazität zur Erdgasverflüssigung zusammen von rd. 60 Mrd. m3 im Jahr 2007 auf fast 200 Mrd. m3 im Zeitraum 2012-2015 steigen.
Der Auslastungsgrad dieser Kapazitäten sinkt von 88% auf weniger als drei Viertel. Am deutlichsten dürfte der Rückgang der Kapazitätsauslastung im Pipeline-Bereich ausfallen. Die Eigentümer neuer Flüssigerdgaskapazitäten werden mit größerer Wahrscheinlichkeit bereit sein, freie Gasmengen zu jedem Preis an die Spotmärkte zu bringen, zu dem sie Käufer
finden, und damit ein Gasangebot verdrängen, das sonst international über Pipelines gehandelt würde (die in langfristigen Take-or-pay-Verträgen vorgesehenen Abnahmegarantien werden den Möglichkeiten der Käufer zur Verringerung der abgenommenen Menge an Pipelinegas allerdings gewisse Grenzen setzen).
Die sich abzeichnende Gasschwemme könnte weitreichende Konsequenzen für die Struktur der Gasmärkte und die Preisfindung im Gashandel in Europa sowie im Asien-Pazifik-Raum haben. Der deutlich gesunkene Importbedarf der Vereinigten Staaten (der sich durch die Aussichten auf eine verbesserte inländische Produktion sowie einerschwächer als erwarteten Nachfrage erklärt) könnte in den kommenden Jahren zu einer Abnahme der Verknüpfungen zwischen den Märkten der großen Weltregionen (Nordamerika, Europa und Asien-Pazifik-Raum) führen. Relativ niedrige Gaspreise in den Vereinigten Staaten werden Flüssigerdgasimporten dort voraussichtlich entgegenwirken. Unter der Annahme, dass die Ölpreise in den kommenden Jahren steigen – und es zu keinen größeren Veränderungen in den Preisfindungsmechanismen kommt – werden die Gaspreise in Europa und im Asien-Pazifik-Raum tendenziell steigen, da in den dortigen langfristigen Lieferverträgen anders als in Nordamerika die Ölpreisindexierung vorherrschend ist.
Durch sinkende Spotmarktpreise für Flüssigerdgas könnte sich jedoch der Druck auf die Gasexporteure und die Gashändler in Europa und im Asien-Pazifik-Raum erhöhen, von der formellen Anbindung der Gaspreise an die Ölpreise in ihren langfristigen Lieferverträgen abzugehen oder entsprechende Anpassungen vorzunehmen. Wenn sich die großen Exportländer dem Druck der Importeure beugen, die Preisbedingungen ihrer langfristigen Verträge zu ändern und freie Gasmengen an den Spotmärkten anzubieten, würde dies zu niedrigeren Preisen führen. Dadurch würde die Nachfrage angekurbelt, insbesondere in der
Stromerzeugung (wo Möglichkeiten zur kurzfristigen Umstellung bestehen und neue Gasverstromungskapazitäten in drei bis vier Jahren ans Netz gehen könnten), so dass sich die überschüssigen Angebotskapazitäten auf mittlere Sicht verringern könnten.
Quelle: IAE Auszüge aus Outlook 2009

Donnerstag, 7. Januar 2010

Brasilien Facts 2010

Brasiliens Wirtschaft gewinnt seit sechs Jahren an Fahrt. Präsident Luiz Inácio Lula da Silva, der das siebente Jahr im Amt ist.

Der Immobilienbereich steht vor einem großen Wachstumsschub.

Die superreichen Brasilianer zählen nach wie vor zu den betuchtesten Menschen der Erde. Sie werden kaum eine andere Stadt mit einer so großen Helikopterdichte finden wie São Paulo. Der größte Erfolg Präsident Lulas ist aber, dass er den Abstand zwischen den Armen und Reichen verringern konnte. 2003 lebten noch 45 Prozent der Brasilianer unter der Armutsgrenze. Heute sind es weniger als 30 Prozent.
Dieser Trend wird sich fortsetzen, die Lücke zwischen Reich und Arm wird langsam, aber sicher kleiner.

Brasiliens Wirtschaft ist weit weniger exportabhängig als häufig angenommen. Der durch Exporte erwirtschaftete Anteil am Bruttoinlandsprodukt liegt unter 15 Prozent.
2010 wird ein Wirtschaftswachstum von rund fünf Prozent erzielt.

Aktien-Papiere aus Brasilien haben 2010 das Potenzial auf Kursanstiege von 30 bis 35 Prozent.
Quelle: Auszug aus Format

BIP 2009


Volatilität sinkt - Risiko steigt?

Der Volaltility-Index ("VIX") spiegelt das Preis-Niveau wider, welches Börsianer bereit sind zu zahlen, um ihre Aktien abzusichern.

Er zeigt also den aktuellen Preis für eine "Portfolioversicherung". Wir wiesen bereits letzten September darauf hin, dass die Börsianer keine Angst mehr vor Absturz-Risiken haben. Und die Angst wurde sogar noch weniger, wie Sie im folgenden Chart erkennen:

Chart VIX



Profis aus der Versicherungs-Branche können Ihnen interessante Phänomene über ihr Geschäft erzählen. Ihre Kunden sind meistens genau dann dazu bereit, sich gegen Erdbeben und Orkane zu versichern, nachdem eine Katastrophe eingetreten war... also genau dann, wenn die Preise hoch sind. Die meisten Leute interessieren sich nicht viel für Versicherungen, wenn die Lage seit langem recht ruhig erscheint.

Dieses Phänomen finden wir momentan auch beim VIX. Wie Sie im Chart sehen, erreichte der VIX eine "Superspitze" bei ungefähr 80 Zählern im Dezember 2008. Als Milliarden von Regierungsdollars die Wunden der Immobilien-Krise heilten, fiel der VIX tiefer und tiefer. Und in den letzten Handelssitzungen fiel das Angst-Barometer unter 20. Kapitalanleger kümmern sich momentan nicht viel um Marktrisiken ...und "Versicherungen" gegen fallende Kurse sind preiswert.
Quelle: Brian Hunt

Mittwoch, 6. Januar 2010

globaler Stellenabbau 2009


die massivsten Stellenabbaue gereiht nach Konzernen










Quelle: FAZ





Samstag, 2. Januar 2010

Japan - Fakten

Japan ist der zweitgrößte Gläubiger von US-Staatsanleihen.

  • Die Dollar-Reserven betrugen Ende Juni 890 Mrd. Dollar.

  • Innerhalb der letzten 10 Jahre ist die Schuldenquote von 99% auf 180% des BIP gestiegen — laut IWF steigt sie in den nächsten 5 Jahren auf 240%!

  • Die Immobilienpreise liegen noch 50 bis 80% unter ihren Hochpunkten zu Zeiten der japanischen Immobilienblase ...

  • Die Leitzinsen liegen seit Jahren unter 1 Prozent — eine 10-jährige Yen-Anleihe rentiert derzeit mit nur 1,3%!

Dabei schrumpft die Wirtschaft plötzlich und massiv ...

Die Folgen sind die gleichen wie bei uns: Sinkende Steuereinnahmen einerseits und höhere Staatsausgaben andererseits führen zu noch mehr neuen Schulden.

  • Japan hat sich daher 2009 umgerechnet ca. ½ Billion Dollar (bzw. die entsprechende Menge Yen) neu geliehen ...

Zum Vergleich: Das ist mehr als das Doppelte der deutschen Neuverschuldung.

Japans Probleme treffen auch den Dollar

Seit Jahrzehnten sind die Japaner die Weltmeister im Niedrigzinssparen. Es gab Jahre, da legten sie 18% ihres Einkommens auf die hohe Kante — zu lächerlich niedrigen Zinsen.

Dieser enorme Spartrieb war der Grund für eines der größten Wunder des Welt-Finanzsystems:

  • Der japanische Staat konnte das prozentual größte Defizit der Welt zu den günstigsten Zinsen der Welt finanzieren

Allmählich macht sich nun ein neues Problem bemerkbar: Japans Bevölkerung schrumpft. Die Geburtenrate gehört zu den niedrigsten in der Welt.

Die Bevölkerung überaltert und immer weniger Verdiener müssen immer mehr Nicht-Verdiener miternähren. Sie sehen es hier:


Japan befindet sich mitten in einer Phase, in der sich das Verhältnis von produktiver Bevölkerung zu unproduktiver Bevölkerung steil verschlechtert. Bald kommen auf einen Berufstätigen 2 Nicht-Berufstätige. Besonders schlimm wird es in circa 20 Jahren (nach 2030). Das bedeutet: Der japanische Staat müsste eigentlich umgehend seine Schulden drastisch abbauen ...

Immer mehr Sparweltmeister gehen in Rente und lösen ihre Ersparnisse auf. Daher ist die Sparfähigkeit der Japaner bereits im Sinken begriffen.

  • Die japanische Sparquote ist bereits um 90% gesunken, von 18% (1990) auf nur 1,8%.


Die Netto-Ersparnis ist auf 5 Billionen Yen gesunken — während sie in den 90er-Jahren noch bei rund 35 Billionen Yen jährlich lag.

  • Dieses Jahr müssen die Japaner plötzlich 33 Billionen Yen neue Schulden aufnehmen — bei nur noch 5 Billionen Yen Sparleistung der eigenen Bevölkerung!

Zudem hat die nationale Rentenkasse das Finanzministerium bereits vorgewarnt: 2009 wird die Kasse zum ersten Mal zum Netto-Verkäufer von Anleihen — es kommt weniger Geld in die Kasse hinein, als an die Rentner ausgezahlt wird.

  • Konsequenz: Japan muss Geld aus dem Ausland importieren

Oh, das wird schwierig zu machen sein, wenn der Staat nur 1,3% Zinsen zahlen möchte!

Tatsächlich werden bereits Dollar in Yen getauscht — das ist der Grund, warum der Yen in den letzten Monaten so stark gegenüber dem Dollar aussah.

18% des japanischen Budgets sind bereits nichts weiter als Zinszahlungen!

Nachdem sie lange Zeit gesunken sind, steigen seit 2005 die Zinsbelastungen Japans wieder an.

Trotz der Mickerzinsen werden schon 1 Fünftel des Staatshaushalts für Schuldzinsen aufgewendet.

Dieser Alptraum wird zum Horrorfilm, sobald auch die Zinssätze steigen. Das kommt auf Japan zu. Und das Desaster nimmt seinen Lauf:

  • Japan hat die höchste relative Staatsverschuldung der Welt.

  • Sie steigt weiter an.

  • Der Leitzins kann nicht mehr tiefer gesetzt werden.

  • Die Sparquote fällt rapide.

  • Die Exporte sind zuletzt um über 30% eingeknickt (Maschinenbau minus 80%!).

  • Würden die Zinsen auf das Niveau klettern, das heute in den USA oder Europa üblich ist, würde sich der Zinsaufwand für Japan ungefähr verdreifachen!

Die Analysten von Hayman Capital halten es sogar für vorstellbar, dass Japan in weniger als 10 Jahren die gesamten Steuereinnahmen für Zinszahlungen benötigen wird.

Denn die Japaner sind künftig auf Kapitalimport angewiesen. Und das bedeutet, sie müssen sich dem internationalen Zinsniveau anpassen.

  • Wer in aller Welt wird sich mit 1,3% Zinsen in Yen abspeisen lassen — wenn das Land stramm auf 240% Staatsverschuldung zumarschiert?

Freitag, 1. Januar 2010

Das Geheimnis der unsichtbaren Hand

Was kommt nach der großen Krise?

Die Welt hat ein paar wertvolle Lehren gezogen, allerdings zu einem hohen Preis.

Vom großen Irrtum des Adam Smith - und vier weiteren Lehren des Jahres 2009. Sie alle widerlegen die alte ökonomische Doktrin.

Ein Gastbeitrag von Joseph E. Stiglitz in der Süddeutschen Zeitung - Auszüge

Lessons learned - really?

Die erste Lehre ist, dass Märkte sich nicht selbst korrigieren. Ohne angemessene Regulierung tendieren sie vielmehr zum Exzess. Im Jahr 2009 wird uns wieder einmal klar, warum Adam Smiths unsichtbare Hand oft unsichtbar bleibt: weil es sie gar nicht gibt.

Das eigennützige Streben der Banker führte eben nicht zum Wohl der Gemeinschaft, es war nicht einmal für Aktionäre von Nutzen. Ganz sicher nichts davon hatten die Hausbesitzer, die ihr Heim verloren; Arbeitnehmer, die ihre Jobs einbüßten; Rentner, die zusehen mussten, wie sich ihre Altersvorsorge in Luft auflöste oder die Steuerzahler, die Hunderte Milliarden Dollar zur Rettung der Banken zahlen mussten.

Angesichts des drohenden Zusammenbruchs des ganzen Systems wurde das Sicherheitsnetz des Staates - das eigentlich für Menschen in Not gedacht ist - generös auf Banken, dann auf Versicherungen, Autohersteller, ja sogar auf Autokreditfirmen erweitert. Noch nie wurde derart viel Geld von so vielen Menschen zu so wenigen umgeleitet.

Sie mussten genau jenen Institutionen Geld zukommen lassen, von denen sie vorher jahrelang abgezockt wurden - durch räuberische Kreditvergabe, Wucherzinsen bei Kreditkarten und undurchsichtige Gebühren. Und dann mussten die Steuerzahler auch noch zusehen, wie ihr Geld benutzt wurde, exorbitante Boni und Dividenden auszuzahlen. Dividenden sind eigentlich Anteile am Gewinn, in diesem Fall waren sie einfach Anteile an staatlichen Geschenken.

Die Bankenrettung enthüllte die allumfassende Heuchelei. Diejenigen, die unter Hinweis auf den Staatsetat Zurückhaltung gepredigt hatten, als es um kleine Sozialprogramme für die Armen ging, forderten nun lautstark das größte Sozialprogramm der Welt.

Diejenigen, die der Tugend der "Transparenz" das Wort redeten, schufen letztlich ein so undurchschaubares Finanzsystem, dass die Banker nicht einmal mehr ihre eigenen Bilanzen verstanden.

Zum zweiten haben wir gelernt, warum Märkte oft nicht so funktionieren, wie sie sollten. Für Marktversagen gibt es viele Gründe. In diesem Fall waren es perverse Anreiz-System bei Kreditinstituten, die zu groß sind, um sie scheitern zu lassen.

Da sieht man wie rückständig manche Branchen in manchen Ländern sind, denn in der "wirklichen Welt", dort wo Wert geschöpft wird also wirkliches Einkommen geschaffen wird, dort hat man vor Jahrzehneten erkannt, dass Umsatzprovisionen für Verkäufer ein probates Mittel sind ein Unternehmen in den Ruin zu führen. Unternehmer haben das abgestellt und sind auf Deckungsbeiträge bzw. Profit Center Ergebnisse als Erfüllungskriterium umgestiegen.


Dritte Lektion: Keynesianische Politik funktioniert. Länder wie Australien, die umfassende, wohl durchdachte Konjunkturprogramme umsetzten, kamen schneller aus der Krise.

Andere Länder ergaben sich der alten ökonomischen Orthodoxie, hinter der genau jene Finanzjongleure standen, die uns die Misere eingebrockt hatten. Wenn eine Volkswirtschaft in die Rezession schlittert, kommt es zu Etatdefiziten, weil die Steuereinnahmen schneller sinken als die Ausgaben.

Die vierte Lektion besteht darin, dass Geldpolitik mehr ist als Inflationsbekämpfung. Die übermäßige Konzentration darauf bedeutete, dass manche Zentralbanken einfach ignorierten, was mit ihren Finanzmärkten passierte. ´

Die Kosten einer leichten Inflation sind minimal im Vergleich zu den Kosten, die Volkswirtschaften aufgebürdet werden, wenn die Zentralbanken ungebremstes Wachsen von Blasen ermöglichen.

Die fünfte Lektion ist, dass nicht jede Innovation zu einer effizienteren und produktiveren Volkswirtschaft führt, geschweige denn zu einer besseren Gesellschaft. Es kommt auf private Anreizsysteme an, und wenn die falsch konstruiert sind, kann es zu übertriebener Risikobereitschaft und übermäßig kurzsichtigem Verhalten kommen.

Ein Beispiel: Während der Nutzen vieler neuer Finanzprodukte in den vergangenen Jahren schwer nachzuweisen, wenn überhaupt zu beziffern ist, so sind die damit verbundenen Kosten offenkundig und enorm.

Die Finanzingenieure schufen ja keine Produkte, die gewöhnlichen Bürgern halfen, das simple Risiko von Hauseigentum zu managen. Sie waren vielmehr darauf ausgerichtet, die Ausbeutung der weniger Gebildeten zu perfektionieren sowie jene staatlichen Vorschriften zu umgehen, die die Märkte effizienter und stabiler hätten gestalten sollen.

Naja, es gab schon einen Nutzen, den für Investmentbanken und Hedge Fonds sich zu bereichern. Umverteilung siehe auch -->

Wer von einer unsichtbaren Hand im Sinne von Adam Smith spricht sollte gleichzeitig auch allen Bedingungen dafür angeben die Smith damals postuliert hat.

Die wenigsten treffen auf die heutigen Märkte zu.

Das eigentliche Problem, weshalb die Marktwirtschaft nicht (mehr) funktioniert sind die ungleich verteilten Einflusssphären - Marktmächte der Marktteilnehmer.

siehe auch hier -->



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